wolfsgeheul.eu vom 22.08.2016

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Voreilig heißt blöd!

Wir leben in einem juristischen Paradies, genannt Rechtsstaat, dem leider häufig viel zu wenig Hochachtung und Vertrauen entgegengebracht wird. Selbst von intelligenteren Menschen wird er bisweilen ungerechtfertigterweise verteufelt, insbesondere dann, wenn eigene Betroffenheit hinzukommt, weil sie vermeintlich ihr Recht nicht bekommen haben oder zu Unrecht verurteilt wurden. Früher konnte man denen noch „Dann geht doch nach drüben!“ empfehlen, um sie vom Gegenteil zu überzeugen. Heute fällt es umso schwerer, die von ihm wider besseres Wissen oder aus Dummheit Enttäuschten, von ihrer Luxusposition auch im rechtlichen Sinne als Bürger dieses Landes zu überzeugen. Ohne Vergleich weiß man ein Paradies eben nicht richtig zu schätzen.

Gleichwohl hat und bekommt hier jeder seine faire und gerechte Chance, wenn er die Mühlen der Justiz anwirft oder in dieselben gerät, auch so ein unbedeutendes Flittchen wie Gina-Lisa Lohfink, selbst wenn sie den Apparat sogar nur genutzt haben sollte, um ihre traurige Existenz aufzuwerten und aus dem sehr gerechtfertigten Popularitätstief herauszukommen. Das pornöse Billigsternchen ist nun vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten erstinstanzlich wegen falscher Verdächtigung zu 80 Tagessätzen à 250,00 Euro verurteilt worden. Sie sei nicht unter K.-o.-Tropfen gestanden und nicht vergewaltigt worden, sondern habe mit zwei Männern einvernehmlich Sex gehabt. Ihr in dem dubiosen Handyvideo – welches möglicherweise auch Teil der eigenen lohfinkschen Imagekampagne war – hörbares „Nein“ habe sich lediglich auf das fortgesetzte Filmen bezogen. Entsprechend habe sie ihre beiden selbsterwählten geilen Fickhengste, die konsequenterweise in einem anderen Verfahren bereits vom Vorwurf der Vergewaltigung – selbstredend allerdings nicht von dem der strafrechtlich irrelevanten Primitivität – freigesprochen worden waren, zu Unrecht bezichtigt, sie chemisch gefügig gemacht und gegen ihren Willen sexuelle Handlungen an und mit ihr vorgenommen zu haben. Das ist die vorläufige Wahrheit. Schauen wir, ob und wie es höherinstanzlich weitergeht, sprich ob das Urteil Bestand haben wird!

Zur Zeit jedenfalls stehen alle – also die Schwesigs, Maas, Schwarzers und wie die Mitglieder unserer großartigen geistigen Elite noch so heißen mögen -, die der armen kleinen Gina-Lisa beigesprungen sind, wie die Trottel da. Sogar als Minister – das wiegt doppelt schwer – haben sie sich in ein laufendes Verfahren – einen in Wirklichkeit eher unbedeutenden und vollkommen gewöhnlichen Strafprozeß – eingemischt, eine, wie wir jetzt fast sicher wissen und damals schon ahnen konnten, voreilige, falsche Parteinahme vorgenommen und es instrumentalisiert, um ihr eigenes, flaues Süppchen darauf zu kochen. Pfui! Jetzt wird man aus dieser dummdeubeligen und kenntnisarmen Populistenriege dazu sicherlich nichts mehr hören. Und, – die Frage muß erlaubt sein – stellt sich damit eigentlich die völlig unnötigerweise durchgeboxte sogenannte Strafrechtsverschärfung als obsolet dar?

Möchte man wirklich von solch‘ geistig minderbemittelten Politikern und Meinungsmachern regiert werden? Nein!

Und, Nein heißt Nein!

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

 

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wolfsgeheul.eu vom 13.04.2016

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„Mut verloren – alles verloren!“ dichtet Goethe in „Zahme Xenien VIII“.

Keiner hat Jan Böhmermann gebeten oder gar gezwungen, sich wie andere vor ihm mit Erdogan anzulegen. Daß er es getan hat, ehrt ihn, und meinerseits ist dazu in der Kolumne vom 01.04.2016 nahezu alles gesagt. Und was auch immer man von Erdogan hält, er versucht lediglich, die rechtlichen Möglichkeiten in Deutschland, die wir glücklicherweise haben, auszuschöpfen. Das ist nicht zu beanstanden, und wer ihn dafür schilt, entlarvt sich als Dummkopf, der offenbar meint, der türkische Präsident habe sein Recht, den deutschen Rechtsstaat anzurufen und zu befragen, warum auch immer verwirkt. Mitnichten, hat er das! Gerade diese Freiheit zeichnet unser Land aus und ist beispielhaft. Die Sache landet – hinsichtlich des zu prüfenden Straftatbestandes natürlich auch in Abhängigkeit von der Entscheidung Merkels – also entweder vorm Kadi oder sie tut es nicht. Tut sie’s, wird ein deutsches Gericht darüber zu befinden haben, und ich bin weiterhin zuversichtlich, daß Böhmermann aus der Sache ungeschoren herauskommen wird, auch wenn sein Beitrag – und das in vollem Bewußtsein – grenzwertig und von zweifelhaftem Niveau war. Mehr müßte dazu eigentlich nicht gesagt werden, wäre da nicht die letztlich feige Reaktion des Jung-Satirikers. Während er in der Folgesendung die Causa „Erdogan“ noch äußerst elegant und nahezu surreal zusammen mit einer hervorragenden Anne Will als mutigem Gast umschiffte, verläßt ihn nun offensichtlich der Mut. Erst erscheint er – das wäre eine Demonstration der Stärke und ein Fanal für die Kunst- und Meinungsfreiheit gewesen, ihn dort inmitten der Schwierigkeiten öffentlich zu ehren – nicht zur Grimme-Preis-Verleihung, und jetzt sagt er auch noch seine morgige Sendung ab. Da sieht man dann leider, aus welchem Holze der heutige Kabarettist geschnitzt zu sein scheint. Ähnlich wie der sanft-schleimige Dieter Nuhr, der, wenn er angefeindet wird, nachdem er durchaus ordentlich ausgeteilt hat, zu jammern und zu weinen anfängt, weicht Böhmermann aus und duckt sich ab. Das hätten die Herren Hildebrandt und Co. nach meiner festen Überzeugung niemals getan. Gerade im Sturm erweist sich doch der wahre Kämpfer. Trotzdem aufzutreten und zu zeigen, daß man sich nicht den Mund verbieten läßt, und das auf eine elegante und espritvolle Art, so sehen die wahren Herausforderungen des Lebens aus! Geraten aber unsere heutigen satirischen Grenzgänger in Turbulenzen, flennen sie wie Sandkastenkinder, denen das Förmchen weggenommen wurde. Damit entwertet Böhmermann, der doch etwas kann, sich und sein bisheriges Werk bedauerlicherweise vollends. Und das ohne Not, denn an Unterstützung von allen Seiten mangelt es ihm nun wirklich nicht! Schönwetterkabarettisten jedoch, werden nicht ernst genommen und verlieren ein für allemal ihre gesellschaftspolitische Autorität und Kraft. Schade, Herr Böhmermann, hätten sie vielleicht besser ‚mal vorher Goethe gelesen! Game over!

Aber es bleibt für ihn die Chance, doch noch in die Geschichtsbücher einzugehen, nämlich als derjenige, der zum Sturz unserer „Königin des Wankelmutes“, die aber auch alles in diesem Falle falsch gemacht hat, beigetragen zu haben. Es ist also weiterhin spannend!

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

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