wolfsgeheul.eu vom 05.03.2017

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„Schulz, geh‘ Du voran, der Klassenkampf steckt alle an!“

Drei ewige Wahrheiten, die jeder kennt oder kennen sollte:

  1. Wenn vermögende Eltern mit dem Nachwuchs etwas Pech haben, schaffen sie es mit monetärem Rückenwind zumeist, ihre blöden Blagen, die sich obendrein nicht selten auf diese Luxushängematte verlassen, trotzdem zu leidlichen Bildungsabschlüssen zu bringen.
  2. Wenn Kinder weniger potenter Eltern es in die höhere Bildung schaffen, dann zumeist deshalb, weil sie mehr oder minder auf sich allein gestellt sind und damit unabhängig von ihren Anlagen einen viel höheren Leistungswillen entwickeln (müssen).
  3. Absolute Chancengleichheit ist eine Chimäre.

Und jetzt kommt unsere Hans-Böckler-Stiftung von der DGB-Agitpropfront und beauftragt „Bildungsforscher“ – man fragt sich, ob diese ihr Untersuchungssubjekt für sich selbst bereits gefunden haben – der Uni Duisburg-Essen – gibt es die überhaupt? -, den Nachhilfemarkt im Lande zu untersuchen. Wäre es der Freitags-FAZ keinen unkritischen zweispaltigen Bericht wert gewesen, wüßte ich vom sensationellen Ergebnis der großartigen Wissenschaftler nichts.

Das Gros der Nachhilfeschüler kommt aus Elternhäusern mittleren und höheren Einkommens. Respekt, das war bestimmt eine Heidenarbeit und bedurfte besonders ausgeklügelter Analyseverfahren, um diese erschütternden Daten endlich ans Licht der Öffentlichkeit zu zerren. Fazit der Ruhrpott-Highpotentials ist, daß kommerzielle Nachhilfe die soziale Ungleichheit verstärke.

Laut Zeitungsartikel geht die Untersuchung mit keinem Wort darauf ein, ob die Kinder aus unteren Einkommensschichten eventuell schlauer und/oder fleißiger sind und deshalb weniger Lernstütze benötigen oder ob Nachhilfe überhaupt einen positiven Effekt hat und nachhaltig schlauer macht oder nur ein prüfungsförderliches Strohfeuer entfacht, welches die Gestützen schnell wieder intellektuell in sich zusammensacken läßt und danach sich und den weiteren Bildungsinstituten zu ihrer wie deren Verzweiflung überläßt.

Ein weiteres Detail, das ich durch die Lektüre erfahren habe, macht mich allerdings fast sprachlos. Seit 2011 existiert wohl ein sogenanntes Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes, das die Chancen von Kindern aus ärmeren Familien verbessern soll, indem es private Nachhilfe finanziert. Das Programm werde aber zu selten in Anspruch genommen, sei formell zu aufwendig und mit recht strengen Anforderungen verbunden; außerdem werde es zumeist nur versetzungsgefährdeten Schülern gewährt.

Ja, pima! Als wenn es nicht schon schlimm genug wäre, daß man in einem freien Land Eltern nicht daran hindern kann, blöde Kinder mit aller Macht über bestimmte Hürden zu bringen, tut es der Sozialstaat diesen gleich, damit wir dann an den Universitäten nicht nur reiche, sondern auch arme doofe Studenten haben.

Wann erkennt unser Dichter- und Denker-Staat endlich einmal, daß es in seinem ureigensten Interesse liegt, Begabtenförderung unabhängig vom Portemonnaie der Eltern zu betreiben? Das ist sozial und macht gleich, weil es nur Gleichwertiges ohne Ansehung des familiären Hintergrundes unterstützt. Immer noch vorbildhaft ist da Sachsen mit seinem staatlichen Hochbegabtengymnasium St. Afra zu Meißen. Aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn so etwas brauchen wir auf allen Ebenen. Und wir benötigen ein allgemeines Anheben des Niveaus, damit kurzfristige Lernerfolge an den Schulen weder für Arm noch für Reich mehr ausreichen, um sich so bis zum Abschluß durchzumogeln. Und wenn wir soviel über Ganztagsschulen reden und gleichzeitig wissen, daß diese substantiell häufig mehr Fassade sind, wo bleibt der Vorschlag, die geförderten Älteren zu verpflichten, ihr Wissen gratis an die weiterzugeben, die unter ihnen herausstechen? Bei guter und genauer Beobachtung sowie Kontrolle kann auf diese Weise natürlich auch ein nur vorübergehendes Schwächeln überbrückt werden, so wie das gegebenenfalls bei externer Nachhilfe auch der Grund sein und erfolgreich geschehen kann.

Wir haben also eine vierte Wahrheit, über die leider keiner spricht oder die kaum einer kennt:

In dem Gleichmacherbildungssumpf an unseren Schulen verkümmern unabhängig von ihrer familiären Herkunft reihenweise Talente,  weil sie nicht erkannt und/oder nicht entsprechend gefördert werden.

Das zu ändern, lohnte die Ausgabe stattlicher staatlicher Gelder. Alles andere ist bildungspolitischer Unsinn und populistische Augenwischerei. Klassenkampf eben! Aber der kommt an und ist nicht so erklärungsintensiv. Schulz und Konsorten – und damit meine ich durchaus Populisten aller politischen Couleur – haben entsprechend überhaupt kein Interesse an einem schlauen Volk. Und schon gar nicht an einem, das schlauer ist als sie selbst. In Bezug auf Schulz läßt das allerdings Schlimmstes befürchten.

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

 

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wolfsgeheul.eu vom 05.02.2017

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Deutschland zeigt uns seine dämliche Fratze.

Ein besserer Hauptschüler – meine Lieblingstante sagte in diesem Zusammenhang immer von sich, sie habe das Abitur in der Quarta gemacht – brüllt undifferenziert dummes Zeug, und die Republik jubelt bzw. steht Kopf.

Martin Schulz läßt uns über den Spiegel wissen, daß Trump „hochgradig demokratiegefährdend“ sei, während erst der Bundesrichter James Robart und dann das Berufungsgericht uns gerade das Gegenteil bewiesen haben.

Und nach fast vier Jahren Großer Koalition in Deutschland analysiert er messerscharf, daß es „in diesem Staat nicht gerecht“ zugehe, weil „Die Menschen, die mit harter Arbeit ihr Geld“ verdienten, nicht „schlechter gestellt“ sein dürften „als die, die nur ihr Geld für sich arbeiten“ ließen. Na, das paßt doch perfekt zu unserem allgemeinen Wohlstand in Zeiten von Negativzinsen. Weitere Nachweise im Spiegel-Interview!

Und was geschieht? Im Rotfunk WDR wird sofort hitzig diskutiert, wobei man nicht den Eindruck gewinnt, daß die lauen Thesen an sich hinterfragt würden. Vielmehr freut man sich offensichtlich, daß endlich einmal wieder jemand die alte Klassenkampfkiste geöffnet hat. Die SPD-Umfragewerte schießen durch die Decke.

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wird hier offenbar, daß das Land der Dichter und Denker endgültig vor die Wand gefahren worden ist. Anders ist der Erfolg des Dampfplauderers Schulz, an dem der rheinische Dialekt das einzig Sympathische und das angebliche Sprachtalent das einzig Respektable ist, nicht zu erklären. Auf die groben Klötze AfD und Linke ein grober Keil und der Boxkampf der Einfältigkeit ist eröffnet.

Und Daniel Deckers entblödet sich in einer Randglosse auf Seite 10 der Samstags-FAZ nicht, diesen Schulz mit Gerhard Schröder zu vergleichen, weil beide „fast prototypisch den Aufstieg aus sogenannten kleinen Verhältnissen in die höchsten Sphären der Macht“ verkörperten. Unsinn! Schon die Wikipedia-Lektüre könnte weiterbilden. Schulz entstammt nämlich als jüngstes von fünf Kindern einer behüteten, katholischen, bürgerlichen Familie; der Vater war Polizeibeamter im mittleren Dienst und die Mutter – welch‘ Wunder bei der Kinderschar – ehrbare Hausfrau. Während aber Schröder oder auch Gabriel sich wirklich aus schwierigen und armseligen Umständen herausgearbeitet haben, indem sie – Schröder sogar im zweiten und dritten Bildungsweg – nach der Devise „Wissen ist Macht“ letztlich beide zwei Staatsexamina vorzuweisen hatten, scheint der kleine Martin doch einfach nur zu blöd gewesen zu sein. Das sind also ganz andere Kaliber an Intelligenz und Biß und klärt in keinster das Mysterium auf, wie es der Buchhändler aus Würselen überhaupt so weit schaffen konnte. Volker Zastrow setzt übrigens in der heutigen FAS auf Seite 12 noch einen drauf und bezeichnet Martin Schulz als „intelligent“ und „ungewöhnlich gebildet“. Ich kann das nicht nachvollziehen. Vielleicht liegt das Geheimnis aber auch in dem Wort „ungewöhnlich“!?

Sich Schulz schönzureden, wird demnach in keiner erdenklichen Weise gelingen. Aber er repräsentiert wie kein anderer den aktuell traurigen Zustand unserer Republik und das Totalversagen ihrer Eliten.

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

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