wolfsgeheul.eu vom 08.04.2018

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Straßencafé – welch’ profanes Wort für einen wunderbaren Ort!

Nichts gegen abgeschottet lauschige Biergärten, aber der Platz mitten im Geschehen ist doch immer noch der schönste. Autos, Motorroller etc. wuseln hupend um einen herum, und ein Strom unterschiedlichster Menschen verbreitet ein Sprachwirrwarr. Ohr und Auge bietet sich eine Reizüberflutung während man wie ein Fels in der Brandung gemütlich sitzend seinen Espresso, Grappa oder Wein trinkt und in einem Buch oder einer Zeitung blättert bzw. sich mit seiner Begleitung angeregt unterhält. Jeder, der auf Reisen sich befindet, kennt diese Orte und sucht sie gezielt auf. Ruhe kann man doch auf der heimischen Terrasse genießen.

Es käme einer Tragödie gleich, ließe es sich bei der neuen Gefahrenlage nicht mehr verantworten, dieserart Lokalitäten zu besuchen.

Jetzt droht uns nach der ökologischen Verspargelung unserer Landschaft eine Verpollerung unserer Innenstädte. Aber der Zweck heiligt die Mittel. Denn nichts wäre schlimmer als sich seine Kultur nehmen zu lassen.

Auf ins Straßencafé!

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

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wolfsgeheul.eu vom 15.11.2017

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Multikulti verkehrt!

Das Spannende und Liebenswerte an internationalen Gesellschaften ist ihre Vielfältigkeit. Nahezu jede Nation der Welt ist heute zum Beispiel in unserer gastronomischen Szene vertreten, so daß man, wenn gewünscht, praktisch täglich ein anderes landestypisches Essen zu sich nehmen und genießen kann.

So wie bei meinem Griechen! Seit rund vierzig Jahren in Aachen und die Alten sprechen immer noch gebrochenes Deutsch. Dafür bevölkern ständig Verwandte und Freunde das kleine Imbiß-Restaurant und prägen mit ihrer lebendigen und nicht gerade leisen Sprache den Charakter des Geschäfts. Gut, ab und zu hilft ein chinesischer Freund des Hauses, der aber wenigsten auch des Deutschen nur maßvoll mächtig ist. Jedenfalls betrete ich dort in gewisser Weise griechischen Boden und entschwinde damit kurzzeitig in die Ferne, wären da nicht ab und an die Kunden, die Pizza, Currywurst oder Schnitzel bestellen, obwohl das Gyros göttlich schmeckt. Das muß ein Imbiß wohl anbieten, um zu überleben. Sei es drum!

Wenn ich dann aber auf meinen Wegen in die Stadt an einem properen Sushi-Laden, der vor circa zwei Jahren am Rande der Innenstadt eröffnet hat und regelmäßig gut besucht ist, vorbeigehe und hinter dem Tresen mit der obligatorischen Häppcheneisenbahn Südeuropäer – möglicherweise sogar die wahren Inhaber, was zur Gastronomenstruktur in Aachen passen könnte – sehe, zieht mich in den Laden nichts hinein. Die beherrschen doch sicherlich sogar die korrekte Ausprache des R’s! In meinen Augen fehlt es dort an der notwendigen Authentizität, mag das Essen auch noch so japanisch und gut sein.

Multikulti muß Inseln mit heimischen Flair in der fremden Umgebung schaffen, und das funktioniert letztlich nur mit Originalbesetzungen beim Betreiber und sichtbaren Personal. Der Rosenverkäufer wirkt auch nur dann echt, wenn er Pakistani ist.

Pfuschen wir also bitte nicht anderen Kulturen ins Handwerk, sondern lassen wir sie nebeneinander eigenständig gedeihen. Das hindert allerdings niemanden daran, interkulturelle Freundschaften zu schließen und so gesellschaftlich zusammenzuwachsen. Aber Multi ist nunmal kein Einheitsbrei.

Kali nichta!

Ihr/Euer Wolf

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