wolfsgeheul.eu vom 07.04.2017

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Guten Abend, gut‘ Nacht,

Mit Motorlärm bedacht,

Mit Blitzen überdeckt,

Wackelt’s unter der Deck.

Morgen früh, wenn Gott will,

Ist es dann endlich still,

Morgen früh, wenn’s genehm,

Wirst in ’ner Garage Du steh’n.

 

So war es bislang. Der Ingenieurskunst sind allerdings keine Grenzen gesetzt.

Und da die Zahl der bekloppten Eltern stetig zuzunehmen scheint, eröffnen sich auch in Richtung von deren verwöhnten und überreizten Kindern immer neue Betätigungsfelder.

Die amerikanische Firma Ford hat ein besonderes Kinderbett namens „Max Motor Dreams“ für Babys entwickelt. Ausgehend von der Tatsache, daß die überwiegende Zahl der Kleinen bei einer Fahrt im Auto – insbesondere bei Nacht – sehr schnell einschläft, war die Ausgangsidee, diese spezielle Form der Bewegung allumfassend zu simulieren. Herausgekommen ist ein Prototyp, der per unter der Matratze angebrachtem Lautsprecher brummende Geräusche von sich gibt, während über die transluzenten Seitenwände Lichtwellen laufen und sich die Unterlage leicht schaukelnd bewegt. Eine Serienproduktion wird ernsthaft erwogen.

Es scheint also nicht bescheuert genug zu sein, daß es tatsächlich Erziehungsberechtigte gibt, die abends mit ihren Säuglingen um den Block fahren, um sie in den Schlaf zu wiegen, sondern nun will man ihnen diese Mühe auch noch abnehmen, indem man die hilflosen Würmchen mit einer virtuellen Runde beglückt, während die faulen Eltern auf dem Sofa sitzen und sich des Lebens freuen. So kann Papa dann bereits direkt nach dem Nachhausekommen sein Bierchen öffnen, weil es für die Besorgung des Kindeswohles nicht mehr nötig ist, nüchtern zu bleiben. Ruhige Kindheit, das war einmal!

So lautet die drängende Frage, was aus Kindern werden soll, die mit leisem Motorlärm, geblendet durch stroboskopartige Laternen- und Scheinwerferimitationen sowie auf einem unter leichtem Seegang schwankenden Untergrund täglich ihren Schlaf finden müssen!? Und schlafen die dann später als Autofahrer auch sofort ein, wenn sie ihr Gefährt nächtens in Bewegung setzen?

Die Fortentwicklung des autonomen Fahrens zur Serienreife und bei Gewährleistung absoluter Sicherheit dürfte für derart großgewordene Menschen unabdingbar notwendig sein. Es gibt also viel zu tun, liebe Firma Ford!

Zunächst arbeitet die Entwicklungsabteilung aber an einer Stuhl-Tisch-Kombination, die den Bureauschlaf für Beamte und andere Sesselfurzer erleichtern soll. Noch wurde der Stein der Weisen nicht gefunden. Bis auf weiteres scheint nämlich absolute Ruhe, Ignoranz und Bewegungslosigkeit der Garant für schnelles Wegnicken der unterforderten Schreibtischtäter zu sein. Wenn das zutreffen sollte, bräuchte man in den Arbeitsräumen der Betroffenen nichts zu ändern.

Warten wir es ab. Denn nichts ist so gut, daß es nicht verbessert werden könnte. Die kreativen Ingenieure werden es schon richten.

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

P. S.: Das neue Schlaflied läßt sich mit etwas Kunstfertigkeit übrigens tatsächlich singen. Proben geht über studieren!

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wolfsgeheul.eu vom 06.04.2017

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Jeder sollte aktives Mitglied eines Vereines sein.

Mir ist bewußt, daß wir in unserer freien Gesellschaft niemanden dazu zwingen können. Insofern wäre es noch verwegener, die grassierende Politikverdrossenheit damit zu bekämpfen, daß man die Betätigung in einer Partei verpflichtend vorschreibt. Um aber zu verstehen, wie zäh und schwierig politische Prozesse in einer Demokratie ablaufen, reicht die Mitgliedschaft in irgendeinem Verein, weil man dann sehr schnell feststellt, daß auch dort Entscheidungen seltenst auf die leichte Tour herbeizuführen sind. Da wird oft um des Kaisers Bart gestritten und es wird sich an Kleinigkeiten hochgezogen. Zudem feiern persönliche oder gruppenspezifische Interessen, Eitelkeit, Streitsucht, Besserwisserei und Dummheit fröhliche Urständ, was das Fortkommen nicht gerade erleichtert.

Weil ich gerade von einem Meeting meines Lions Clubs zurückomme, weiß ich, wovon ich rede. Aber es macht immer wieder Spaß, um die gute Sache zu ringen, und man ist umso erfreuter, je mehr einem im Interesse des Vereins gelungen ist.

Dieses persönliche Erleben stärkt automatisch das Verständnis für unsere Politik. Die müssen zum Teil noch viel dickere Bretter bohren, bei denen es obendrein um weit mehr geht, als einen kleinen Club. Vielmehr hängt davon häufig die Zukunft von Nationen oder gar der ganzen Welt ab.

Und warum sollten die Großkopferten eigentlich besser sein, als wir in unserem Mikrokosmos!?

Learning by doing helps understanding!

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

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