wolfsgeheul.eu vom 25.06.2018

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Ob die deutschen Emigranten während der Nazizeit, wären sie dazu in der Lage gewesen, wohl aus der sicheren Fremde Hitler gewählt hätten?

Blöde Frage, mit Sicherheit nicht! Warum auch sollte man die Heimat und verbliebenen Landsleute durch seine Stimme in diktatorischer Unfreiheit und Willkür halten, obwohl man genau deshalb, sprich um seine Haut zu retten, die Flucht ergriffen hat! Im übrigen verbaute man sich so auf längere Sicht eine Chance auf Rückkehr. Nur ein Schwachsinniger käme also auf die Idee einer derart idiotischen, grausamen und selbstschädigenden Wahlentscheidung.

Wirklich? Zwar sind nahezu alle in Deutschland lebenden Türken aus wirtschaftlichen Gründen zu uns gekommen, trotzdem läßt die Wahlentscheidung pro Erdogan von rund zwei Dritteln der deutsch-türkischen Gemeinde Vergleiche zu obigem konstruierten Beispiel zu.

Man wünschte ihnen in der Tat umgehend eine Notwendigkeit, in ihr Heimatland zurückkehren zu müssen. Denn dann wären sie gezwungen, von den giftigen Früchten, deren Wachstum sie aus sicherer Entfernung befördert haben, selbst zu kosten. Wohl bekomm’s!

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

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wolfsgeheul.eu vom 26.05.2018

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Jedem sein Schweinchen!

Mit dieser aus einer leicht verkürzten, falschen Schreibweise bzw. Aussprache resultierenden Verballhornung von „suum cuique“ bin ich großgeworden. Bereits vor meinem Lateinunterricht war mir der altehrwürdige und in jeder Hinsicht positiv besetzte Sinnspruch aus der Antike also nicht nur bekannt, sondern gehörte zu meinem Sprachgebrauch. Das hat sich auch nicht geändert, als ich früh erfahren mußte, daß sich die Nazis in zynischster und sinnentstellender Weise dieser Sentenz bemächtigt und ihn in das schmiederne Eingangstor zum KZ Buchenwald – zu allem Überfluß obendrein in Bauhaus-Stilistik! – aufgenommen haben. Die ursprüngliche und die später angemaßte Verwendung haben nämlich außer des Wortlautes nichts miteinander gemein und zu Recht niemanden bewogen, die vielfachen Inschriften in Gerichtsgebäuden zu unterlassen oder gar zu verbieten.

Wer demnach heute „Jedem das Seine“ sagt, für den gilt bis zum Beweis des Gegenteiles die Unschuldsvermutung insoweit, als er nicht im nationalsozialistischen Fahrwasser schwadroniert, sondern sich im Gegenteil einer gehobenen, vielschichtig bedeutsamen Sprache bedient. Natürlich entlarvt sich dagegen ein blöder Neonazi sofort, wenn er sich über dem Steiß eine Buchenwald-Silhouette inklusive des Spruches(s. Kolumne vom 22.12.2018) tätowieren läßt. Der Mehrzahl der anderen jedoch dürfte bona fide sein, so daß keinerlei Notwendigkeit besteht, die Sentenz auf den Index zu setzen.

Anderer Ansicht ist natürlich unsere leider zunehmend mächtiger werdende, vermeintlich korrekte Fraktion. Und deshalb sieht sich die Firma Peek & Cloppenburg im Auge eines  orkanartigen Shitstorms, weil sie in einer Zeitungsbeilage auf einer Seite mit vielen dort abgebildeten Herrenhemden meinte, die Worte „Jedem das Seine“ augenzwinkernd, weil sinnverengend, kommentierend einfügen zu müssen. Die einhellige Verurteilung lautet, man habe einen „Nazispruch“ verwendet und sei „geschichtsvergessen“ und „geschmacklos“. Nichts davon trifft zu.

Laßt uns bitte unsere Sprache! Sie bleibt was sie war und ist, auch wenn sich immer wieder Menschen ihrer zum Zwecke ihres frevelhaften Tuns bemächtigt haben und es weiterhin tun werden. Ein Generalverdacht vergiftet unsere Kultur und beraubt uns der differenzierten sprachlichen Möglichkeiten. Wer aber nicht elaboriert spricht, der denkt auch nicht so.

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

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