wolfsgeheul.eu vom 30.06.2015

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Man glaubt es nicht, aber die erste Hälfte des Jahres ist morgen vorbei. Je älter man wird, umso schwerer fällt es einem, die Zeit am Rasen zu hindern oder gar festzuhalten.

Und so nimmt es nicht wunder, daß heute auch weltweit der „Internationale Inkontinenztag“ – laut Internet umfassend Harn-, Stuhl- und Milchinkontinenz sowie Flatulenz – begangen wird. Welch‘ herrliche Alliteration für eine traurige Schwäche. Und man sieht geradezu die Betroffenen sich auf den Plätzen versammeln und feiern, nachdem sie vorher bei einem ökumenischen Festgottesdienst gemeinsam erst andächtig  der Kantate, BWV 198, „Laß, Fürstin, laß noch einen Strahl“ gelauscht und dann stark euphorisiert alles unter sich gelassen haben.

Wir haben sie offensichtlich nicht mehr alle! Darauf lass‘ ich doch erst einmal kräftig einen fahren, denn per definitionem sind wir ja wohl alle angesprochen und betroffen.

Die tatsächlichen Patienten mögen mir verzeihen, aber ich bin mir sicher, daß sie diesen Welttag nicht benötigen, geschweige denn feierlich begehen. Es gibt einfach Krankheiten, die aus Rücksicht auf die Betroffenen und ihre Umwelt eher keine Öffentlichkeit brauchen. Diskretion ist hier Schutz für alle Seiten. Und zwischen Totschweigen und Rausposaunen liegt doch genug Raum für einen wechselseitig belästigungsfreien Umgang der Menschen miteinander. Keiner muß sich beim Windelkauf verstecken; Binden, Tampons und Kondome werden doch auch nicht mehr unter dem Ladentisch verkauft.

Also laßt mich in Ruhe mit euren Malaisen, ich erzähle es euch doch auch nicht, wenn ich einen Furz quersitzen habe.

Wann wird eigentlich der „Internationale Kontinenztag“ begangen? Der könnte auch mich interessieren, wenn er mir denn Rezepte anböte, wie ich meine Lebenszeit besser festhalten kann. Schade, die wirklich wichtigen Dinge finden keine Resonanz rund um den Globus!

In diesem Sinne wünsche ich allen

gute Nacht

und den Älteren

frohe Weihnachten!

Ihr/Euer Wolf

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